Weg vom Turbo-Abitur – zurück zu G9? oder Gute Bildung braucht Zeit

In Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein ist es bereits möglich, in Niedersachsen ab 2015 und sogar Bayern will zurück: zurück von der verkürzten Gymnasialzeit von 8 Jahren zu einem Abitur nach 9 Jahren Gymnasium . G9 soll dann die Regel sein, G8 die Ausnahme.
Hintergrund ist die Erkenntnis von Eltern, Schülern, Lehrern und Ärzten, dass eine Stundenzahl von über 36 Stunden pro Wochen (ohne Hausaufgaben und Vorbereitung auf Prüfungen) für Kinder unzumutbar ist. Diese Belastung führt zu Überforderung, Wegfall von Freizeitaktivitäten, weniger Freiraum zur Persönlichkeitsbildung, Zunahme körperlicher und psychischer Erkrankungen und Spannungen innerhalb der Familien.

In Ahaus haben die Schulpflegschaften des Alexander-Hegius-Gymnasiums und der Canisiusschule dieses Problem bereits seit Langem erkannt und stimmten nun mehrheitlich für eine Rückkehr zu G9. Ermutigt von der Rückkehr Niedersachsens zu G9 haben sie das Gefühl, dass sich etwas bewegen könnte. Am 5. Mai trifft Schulministerin Sylvia Löhrmann Vertreter aus Schule, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu einem Runden Tisch zum Thema Schulzeitverkürzung.

Auch die Freien Wähler (FWO) haben sich in der Vergangenheit intensiv mit dem Thema beschäftigt, mit Vertretern des Städtischen Gymnasiums Ochtrup getroffen und sich über dieses Thema dort informiert. Bereits 2010 hatte die Schule die Möglichkeit, im Rahmen eines Schulversuchs, zu G9 zurückzukehren. Damals wollte man G8 jedoch eine Chance geben, außerdem ließen die damaligen Bedingungen der Landesregierung eine Rückkehr nicht sinnvoll erscheinen.
Nun bietet sich evtl. erneut die Gelegenheit. „Wir sollten hier in Zusammenarbeit mit Lehrern und Eltern versuchen, eine Entscheidung für G9 für unser Gymnasium durchzusetzen und dann die Landesregierung zum Handeln auffordern“, so Petra Schulte Mesum, Mitglied des Schulausschusses. „Nachdem richtig erkannt wurde, dass eine frühere Einschulung in der Primarstufe nicht wirklich Sinn macht, sollte die Landesregierung auch den Fehler der Einführung von G8 wieder rückgängig machen und eine kinder-, schüler- und familienfreundliche Schulpolitik betreiben!“, so Claudia Fremann, Fraktionsvorsitzende der FWO. Die FWO teilt und unterstützt die Auffassung Ulrich Walters, Leiter der Canisiusschule : „Die Ministerin wird wahrnehmen, dass die Rückkehr zu G9 ein Grundbedürfnis der Bevölkerung ist.“

Die Freien Wähler haben Kontakt zur Initiative „G9 jetzt in NRW“ aufgenommen und veranstalten einen Informationsabend am Freitag, 09. Mai 2014 um 19.30 Uhr in der Gaststätte „Bücker“. Als Referent für diesen Abend konnte Herr Marcus Hohenstein, Gymnasiallehrer und Mitbegründer der Initiative gewonnen werden. Hier erhalten alle Eltern – sowohl jetziger als auch zukünftiger Schüler – die Gelegenheit, sich umfassend zum Thema G8/G9 zu informieren, denn : gute Bildung braucht Zeit!
Die FWO hofft auf eine hohe Beteiligung an dieser Veranstaltung, denn dieses Thema ist wichtig und das Ziel „Rückkehr zu G9“ kann nur gemeinsam mit allen Beteiligten erreicht werden

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Eine Antwort auf Weg vom Turbo-Abitur – zurück zu G9? oder Gute Bildung braucht Zeit

  1. Jörn Oberndörfer sagt:

    Hallo Leute!

    Tolle Initiative. Der Infoabend mit Herrn Hohenstein, Initiator der G 9 jetzt in NRW, verspricht ein spannender Abend zu werden. Sagt es allen weiter, nur so kann die Landesregierung zum Handeln gezwungen werden.

    VG J.

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